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Christliche Glaubens- und
Lebensschule
St. Ignatius |
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Über alle Grenzen... Pfingsten heute feiern |
Eingeladen
hatte - wie schon in den vergangenen Jahren - die
Gemeinschaft Monte Crucis, die das Fest auch gestaltete.
Jedoch die eigentliche Regie hatte wohl der Geist Gottes, der
Herzen aus Stein zu Herzen aus Fleisch verwandeln und
sogar Totengebeine wieder mit Leben erfüllen kann (vgl. Ez.
37). Am Samstag nachmittag begannen wir im Pfarrsaal. Er war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Thema dieses Pfingsttreffens lautete: Über alle Grenzen... Und über alle Grenzen führten uns nun zwei Berichte. Den ersten hielt ein Afrikaner aus Burkina Faso in hervorragendem Deutsch, der uns die Situation seines Heimatdorfes anhand von Dias eindrucksvoll vor Augen führte. Er hatte erkannt, das das Privileg, hier in Europa studieren zu dürfen, eine Gabe ist, ein Potential, mit dem er nun auch seinen Leuten daheim helfen kann, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen. Diese armen und einfachen Menschen hatten ihm ihr Letztes mitgegeben, damit er studieren konnte. Aus Dankbarkeit möchte er sich jetzt für sein Volk einsetzen. - Der zweite Bericht über den Eine-Welt- Laden in der Gemeinde St. Ludwig erklärte, was angesichts der Ausbeutungspolitik multinationaler Konzerne fairer Handel ist. Ein solcher fairer Handel entspricht der Würde des Menschen, so wie der christliche Glaube sie immer bekennt. An diesen beiden Beispielen wurde deutlich, wie der Geist Gottes auch in unserer Welt konkret werden kann. Am Ende des Nachmittags hielten wir die "Pfingstvigil" in der Kirche. Durch Gesänge und Texte bekamen wir Impulse, daß mit Gottes Hilfe auch unser Leben noch wandlungsfähig ist ("die Bausteine unseres Hasses sind dieselben, mit denen wir auch unsere Liebe bauen können"). Um den Weg dahin freizuräumen, schrieben wir unsere "Stolpersteine" auf eine Karte, stellten diese auf dem Altar und blieben dort in einem großen Kreis stehen. Es begann ein freies Gebet, an dem sich viele beteiligten. Dann bekam jeder eine (andere) Karte zusammen mit einer Rose zurück - Zeichen der Wandlung und Hoffnung und zugleich Anstoß zur Fürbitte. Mit großer Freude klang der Abend aus, als wir das letzte Lied mit Klatschen laut sangen: "Groß und wunderbar sind all' Deine Werke..." So angeregt und zubereitet, kamen wir am Pfingstsonntag zur Messe wieder zusammen. Die Lieder wurden von vielen Instrumenten begleitet und aus einem extra für das Fest zusammengestellten Heft gesungen. In festlicher Freude von so vielen Menschen ange- stimmt, gingen sie zu Herzen, ebenso die Predigt von P. Tommek. Der Geist Gottes öffnet uns die Augen, um das Wirken Gottes auch außerhalb der Grenzen der Kirche wahrzunehmen. Eindrucksvoll war in diesem Zusammenhang das Wort von Pater Alfred Delp SJ, der knapp drei Monate vor seiner Hinrichtung geschrieben hat: "Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren quillt uns dies gleichsam entgegen..." (Brief vom 17.11.1944). An das gemeinsame Mittagessen im Freien schloß sich eine Theatervorführung über die Geschichte von Bileam und seinem sprechenden Esel an, die Kinder und Erwachsenen der Gemeinschaft Monte Crucis in fröhlicher Lockerheit aufführten und so mit ihren natürlichen Begabungen zur Vielfalt des Festes beitrugen. Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei und verbreiteten dadurch ansteckende Freude. Nach
einer Kaffeepause versammelten wir uns noch einmal in der
Kirche, um das zu tun, worauf wir uns in diesen Tagen
vorbereitet hatten: um die Pfingstgnade zu beten, d.h.
um eine neue Erfüllung und Sendung durch dem Hl.
Geist. Denn unsere Welt braucht Menschen, in denen Gottes
Geist lebt, die Zeugen sind für Jesus Christus und die
sich für Gerechtigkeit, Würde und Frieden einsetzen.
Gottes Geist setzt auch heute in uns den Strom frei, um
all die guten Gaben unseres Lebens zu wecken und sie den
anderen, die sie brauchen, zufließen zu lassen. So
beteten wir nun, indem jeder nach vorn trat, um gemeinsam
mit zwei Betern unter Handauflegung um die Gnade von
Pfingsten zu bitten. Die anderen Teilnehmer trugen diese
Gebete mit Liedern, die von vielen Instrumenten,
begleitet waren, mit. "O komm herab, Du
Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt; strahle
Licht in diese Welt...wärme Du, was kalt und hart,
löse, was in sich Den Abschluß des Festes nach dem
Abendbrot bildeten Tänze, die wir in drei großen
Kreisen als Reigen tanzten. Sie drückten die Freude und
Einheit aus, die der Hl. Geist unter uns gewirkt hatte.
Es war schön, daß auch aus der Gastgebergemeinde einige
an diesen Tagen teilgenommen hatten, und auch sie waren
mit uns zusammen froh und bereichert. Christiane Amende |
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